Hallimasch –

Eine transdisziplinäre Annäherung an das grösste und älteste Lebewesen der Schweiz

 

 

Der Hallimasch ist ein ambivalentes Lebewesen – für die einen ein gefürchteter Parasit, für die anderen ein ökologischer Nützling, der zu einer normalen Mikroflora im Wald gehört. Er ernährt sich von totem Holz und spielt so eine wichtige Rolle als Verjüngungsfaktor im Waldökosystem. Allerdings schreckt er zuweilen auch vor lebenden Bäumen nicht zurück. Eine Infektion kann von lebenskräftigen Bäumen zunächst abgewehrt werden. Angeschlagene Bäume hingegen, die zum Beispiel aufgrund grosser Trockenheit unter Stress leiden, schaffen das nicht. So fallen ihm schlimmstenfalls ganze Waldstücke zum Opfer.

 

Im Schweizerischen Nationalpark im Engadin lebt ein mehr als 1000-jähriger Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae), der sich über eine Fläche von 37 Hektaren erstreckt und dennoch haben ihn die wenigsten auf dem Schirm. Wir – ein transdisziplinäres Kollektiv multimedialer Sammler*innen und Beobachter*innen – wollen deshalb unter die Erdoberfläche schauen, hören und fühlen und uns diesem gigantischen, uralten Lebewesen auf experimentelle künstlerische Weise nähern.

 

Das Projekt hat zum Ziel, durch die Schärfung der eigenen Wahrnehmung aufmerksamer zu werden – auf andere Lebewesen, klimatische Veränderungen und ganze Ökosysteme. Während zwei Aufenthalten im Nationalpark wird der Pilz mit unterschiedlichen Methoden des sinnlichen Beobachtens in Video, Bild, Sound und Text erforscht. Das Projekt wird eine Material-Sammlung generieren, die in der Folge zu einem audiovisuellen multiperspektivischen Essay verwoben wird.

 

 

Beteiligte

Nina Calderone, Master Transdisziplinarität, ZHdK

Annina Boogen, Umweltökonomin und Klangkünstlerin

Michael Etzensperger, Künstler (Fotografie und Video)